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Die historische Stadtmühle war noch bis um 1980 in Betrieb und soll nun für die Zukunft als denkmalgeschütztes Museum erhalten bleiben. In der ehemaligen Müllerwohnung ist das von Karl Fuchs im Laufe vieler Jahre liebevoll zusammen getragene, vormals im Rathaus gewesene, Sindringer Heimatmuseum untergebracht. Dabei wurde die „gute Stube“ und teilweise auch die Küche der letzten Müllerfamilie Kuhn im Original belassen. Zur Sindringer Mühlengeschichte ist anzumerken, dass Graf Adelbert von Calw- Löwenstein bereits im Jahre 1140 dem Kloster Hirsau neben 6 Huben eine Mühle in Sindringen schenkte.1422 besaß die Herrschaft Hohenlohe
in Sindringen 2 Mühlen. Die 2. wahrscheinlich im 14. Jahrhundert hinzugekommene sog. „Äußere Mühle, die spätere Kanalmühle, erlebte im Laufe ihres langen Bestehens neben dem „Getreidemahlen“ auch den Einsatz als Walk- ,Öl- und Gipsmühle. Der Standort der Stadtmühle geht mit großer Wahrscheinlichkeit auf die schon 1140 beurkundete Mühle zurück.
Was die einstige Mühleneinrichtung betrifft, befanden sich beispielsweise im Jahr 1822 hier in diesem ursprünglichen Mühlraum ein Gerbgang und drei Mahlgänge, denen jeweils ein Beutelkasten nachgeschaltet war. Der Antrieb erfolgte damals durch 3 Wasserräder. Vom Keller bis zur Decke des jetzigen Walzenbodens war ein einzig großer hoher Raum, in welchem die „Gänge“ über dem Räderwerk auf einem sog. „Mühl-Bieth“, einer mit Treppen begehbaren Zwischenbühne, standen. Die Ausdehnung der Mühleneinrichtung bis unters Dach erfolgte erst 1925 durch Modernisierung und Elektrifizierung der gesamten Mühlen-Anlage.

Über die früheren Besitzverhältnisse ist folgendes bekannt: Im Jahr 1827 verkaufte die Sindringer Bürgerschaft die Mühle an den damaligen Pächter Simon Abel zum Preis von 3.800 Gulden. Weitere Besitzer waren danach: 1835 Georg Esslinger; 1854 Wilhelm Kopp, der 1880 ein Sägewerk gegenüber der Mühle anbaute, welches durch ein viertes Wasserrad angetrieben wurde.
Anlässlich des Baus des Wasserkraftwerkes in Ohrnberg, kaufte der Gemeindeverband Überlandwerk Hohenlohe-Öhringen im Jahr 1914 das gesamte Mühlenanwesen, um dadurch an die Wasserrechte zu kommen, ohne die der Bau des Kraftwerkes nicht möglich gewesen wäre. Nach dem schon erwähnten Mühlenumbau übernahm um 1925 Müllermeister Alfred Kuhn den damals recht zeitgemäßen Betrieb als Pächter. Ihm gelang es im fortgeschrittenen Alter die Stadtmühle nochmals in (seinen) Privatbesitz überzuführen. Als aber wenige Jahre nach dessen Ableben 1995 auch der Sohn Gerhard verstarb, war das Haus ausgestorben. Schließlich erwarb die Stadt Forchtenberg das verwaiste Gebäude, um es vor dem Abbruch zu bewahren. Inzwischen ist das altehrwürdige Gemäuer nun zu einem weiteren Anziehungs- und Anschauungspunkt der Stadt geworden, der den Besuchern Gelegenheit geben soll, neben einem Blick in die Mühlentechnik und 
deren historischem Werdegang sich auch über die städtische bzw. heimatgeschichtliche Vergangenheit Sindringens kundig zu machen. Führungen durch das Mühlen- und Heimatmuseum sind nach Anmeldung möglich.
Kontakt: Herr von Ramin, Römerstr. 9, 74670 Sindringen  Tel. 07948 / 22 46